Was passiert bei einem Blitzeinschlag in die Solaranlage?
Da eine dachparallele Photovoltaikanlage die Wahrscheinlichkeit von Blitzeinschlägen nicht erhöht, sind die Solarmodule selbst auch nicht stärker gefährdet als der Wechselrichter oder andere ans Netz angeschlossene Verbraucher. Im seltenen Fall eines direkten Blitzeinschlags in den Solargenerator ist jedoch mit einer erheblichen Beschädigung der Module zu rechnen. Hier hilft nur die Einbindung in eine Blitzschutzanlage (sogenannter äußerer Blitzschutz).
Viel häufiger sind dagegen indirekte oder Naheinschläge, bei denen ein Blitzteilstrom über die Elektroinstallation fließt bzw. dort eine Überspannung induziert wird. In diesem Fall kann ein gestaffelter Überspannungsschutz an der Netzeinspeisestelle bzw. am PV-Generator die Gefahr einer Beschädigung stark verringern (innerer Blitzschutz). Moderne Wechselrichter sind zudem durch thermisch überwachte Varistoren gegen atmosphärische Störungen geschützt.
Die Erdung der Modulrahmen und der Unterkonstruktion ist nicht generell verpflichtend, aber empfehlenswert. Ist am Gebäude eine Blitzschutzanlage installiert, so müssen ggf. die Solarmodule und die Unterkonstruktion dort eingebunden werden.
In jedem Fall empfiehlt es sich – auch im Hinblick auf die Höhe möglicher Versicherungsbeiträge –, ein geeignetes Schutzkonzept zu entwickeln. Aufgrund der Komplexität des Themas sollten Sie in jedem Fall einen Blitzschutz-Experten befragen.
